Automatisierung in der Logistik ist ein aktueller Trend
Wir befinden uns in der Anfangsphase einer logistischen Revolution. Werfen wir einen Blick auf die aktuellen Trends in der Lagerautomatisierung. In den Produktionsbetrieben größerer Industrieunternehmen sind Roboter bereits seit vielen Jahren im Einsatz. In der Logistik hingegen sind sie bislang noch keine standardmäßigen Helfer. Diese Situation beginnt sich in Tschechien jedoch radikal zu verändern. Das Konzept von Industry 4.0, also der Übergang zu einer höheren Stufe der industriellen Automatisierung, stößt auf großes Interesse.
Mangel an Arbeitskräften
Ein Grund dafür ist der zunehmende Mangel an Arbeitskräften. Die Verfügbarkeit und Qualifikation neuer Mitarbeiter stellen auch im Logistikbereich ein erhebliches Problem dar. Experten zufolge wird sich dieser Trend weiter verschärfen. Einschränkende Faktoren sind zudem die physischen Fähigkeiten der Beschäftigten. Übermäßige Lasten führten in Skandinavien, Benelux, Frankreich und Deutschland zu einer deutlichen Welle der Automatisierung.

Robotik im Logistikbereich
Dank des schnellen Wachstums des E-Commerce steigt auch der Druck auf Logistikzentren. Sie müssen in der Lage sein, eine große Anzahl kleiner Bestellungen zu bewältigen oder Spitzen im Transportvolumen abzudecken, beispielsweise im Zusammenhang mit Feiertagen oder saisonalen Schwankungen. Die Fähigkeit automatisierter Technologien, in Mehrschichtbetrieben und mit hoher Leistung „ohne Ermüdung“ zu arbeiten, ist neben der wirtschaftlichen Effizienz einer der Hauptgründe, warum Robotik auch im Logistikbereich unverzichtbar wird.
Automatisierung ermöglicht geplantes Unternehmenswachstum
Die fortschrittlichsten Technologien werden in Lagerbetrieben beispielsweise von großen E-Commerce-Unternehmen oder Produktionsfirmen in der Automobilindustrie, im Maschinenbau, in der chemischen Industrie und ähnlichen Bereichen eingesetzt. Die Investitionen liegen dabei im Bereich von mehreren hundert Millionen Kronen. „Automatisierung ermöglicht Unternehmenswachstum auch bei aktuell niedriger Arbeitslosigkeit und gleichzeitig die Verlagerung menschlicher Ressourcen weg von routinemäßigen Tätigkeiten“, sagt Dan Šobotník, Experte für industrielle Robotik und Analyst der Beratungsfirma 108 Agency. Die Beseitigung wiederkehrender Aufgaben trägt zudem zur Verbesserung des Arbeitsklimas und zur Senkung der Mitarbeiterfluktuation bei.
Förderbänder und Systeme für die automatische Sortierung
Das erste vollautomatisierte Lager für ganz Europa eröffnete in Ostrava der Anbieter von Werbetextilien Adler Czech. Das Unternehmen investierte rund 80 Millionen Kronen in die neuen Maschinen. Bei der Einführung von Robotern arbeitet der Betrieb mit Experten der Abteilung für Kybernetik und Biomedizintechnik der Technischen Universität Bergbau in Ostrava zusammen.
Heutzutage nutzt die Mehrheit der erfolgreichen Unternehmen irgendeine Form der mechanischen Warenhandhabung. Zu den häufigsten Lösungen zählen Gabelstapler, Förderbänder sowie Systeme für die automatische Sortierung, Einlagerung und Entnahme von Lagerartikeln.
Der Einsatz neuer Technologien reduziert nicht die Beschäftigung
Das Logistikzentrum von Amazon in Stettin, Polen, gehört zu den modernsten Lagern der Welt. Anstatt dass Menschen durch die Hallen laufen, übernehmen Roboter – ähnlich wie automatische Staubsauger – die Arbeit, gesteuert durch Algorithmen. Nach Wareneingang bestimmt das System, wo ein Produkt platziert werden soll, und beim späteren Abruf schickt es den Roboter zum entsprechenden Regal. Der Roboter ist per WLAN verbunden, sendet seinen Standort und ist gleichzeitig für die Bediener auf einer Online-Karte sichtbar. Ein weiteres Beispiel sind vollautomatisierte KTL-Linien in anspruchsvollen Produktionsprozessen.
Trotz des Einsatzes neuer Technologien verschwinden die Arbeitsplätze im Logistikbereich nicht. „Es ist ein Mythos, dass Automatisierung Arbeitsplätze stoppt. Seit 2012, als wir weltweit Zehntausende Roboter einsetzten, haben wir gleichzeitig 300.000 neue Arbeitsplätze geschaffen“, sagt Amazon-Sprecherin Miroslava Remenárová.
Wer höhere Effizienz, geringere Fehlerquoten und Entlastung der Mitarbeiter von monotonen, oft körperlich belastenden Aufgaben erzielen möchte, sollte über die Automatisierung seiner Prozesse nachdenken. Langfristig handelt es sich dabei nicht nur um eine wirtschaftlich sinnvolle Entscheidung, sondern möglicherweise auch um eine Voraussetzung für das Überleben eines Unternehmens in einem hart umkämpften Markt.



